Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Mit diesem Spruch haben wir, die FOS 82 mit Frau Schmalenbach und Frau Schemann, uns auf den Weg in unsere Hauptstadt gemacht. Am Montag, den 25. Januar 2010 ging es um 7.00 Uhr los. Der heftige Schneefall machte den ersten Teil der Strecke nicht gerade zu einem Kinderspiel, aber als dann endlich auf den Schildern BERLIN zu lesen war, gab es kein Halten mehr. Wir saßen alle im Bus, als ob wir noch nie unser Elternhaus verlassen und keine Geschäfte gesehen hatten. Denn auch in Berlin gibt es einen Lidl oder sogar auch eine Sparkasse ;-) Nachdem wir in unserem Jugendhotel „Aletto“ angekommen waren, gab es eine kleine Einführung und die Zimmer wurden in Beschlag genommen. Danach hatten wir Zeit zur freien Verfügung, in der die einen bereits die Betten ausprobiert haben und andere die Stadt und die Verkehrsmittel Berlins unsicher gemacht haben.
Am nächsten Morgen saßen wir alle pünktlich um 8.00 Uhr am Frühstückstisch, obwohl doch einige eine relativ kurze Nacht hinter sich hatten! ;-) Als erster Tagesordnungspunkt stand die Stadtrundfahrt auf dem Plan. Vier Stunden lang….bei eisiger Kälte, die auch noch im Bus zu spüren war! Unsere Stadtführerin war nett und hatte auch Verständnis dafür, dass einige nicht ganz so aufnahmefähig waren:). Die Tour begann in Kreuzberg und hörte in Berlin- Mitte auf. Wir waren auf der Museumsinsel, haben das Wohnhaus unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel gesehen, die Reste der Berliner Fashion Week begutachten können, sind am Checkpoint Charlie vorbeigefahren und haben noch vieles mehr gesehen. Danach hatten wir Zeit zur freien Verfügung, die die meisten zum Mittagessen genutzt haben. Am Nachmittag ging es mit einer Führung am Holocaust Denkmal weiter. Zuerst durften wir alleine durch das Gelände gehen. Es war sehr spannend zu sehen, wie die Stehlen immer größer wurden, je mehr man sich in die Mitte des Feldes begab. Die Blöcke wurden breiter und höher, sie waren schief und man hatte das Gefühl in einem Irrgarten gelandet zu sein. Aufgrund der frostigen Temperaturen haben wir das folgende Gespräch im Museum weitergeführt, welches unter dem Denkmal liegt. Es war sehr interessant zu hören, wie es genau zu dieser Art von Denkmal gekommen ist und anschließend mit allen Sinnen die Geschichten der Opfer zu erleben.

Im Anschluss durften wir Berlin auf eigene Faust erkunden und da wir ja fast eine reine Mädchenklasse sind, sorry Tommy, hieß es natürlich für viele SHOPPEN was das Zeug hält! Am Abend sind einige von uns mit unseren beiden Lehrerinnen auf den Fernsehturm am Alexanderplatz gegangen. Es war eine atemberaubende Aussicht die Stadt mit all ihren Lichtern von oben zu sehen! Am dritten Tag unserer Klassenfahrt begaben wir uns in die Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen, welches etwas außerhalb von Berlin liegt. Die Außentemperatur von -17 Grad veranlasste uns dazu, mindestens 3 Pullover übereinander anzuziehen:). Auch hier hatten wir eine Führung, die von einem Studenten durchgeführt wurde. Somit liefen wir zwei Stunden im Freien herum und konnten uns das Leben der Häftlinge etwas genauer anschauen. So konnten wir zum Beispiel die alten Schlafräume, in denen ca. 250 Leute in nur 90 Betten schliefen, und das „Badezimmer“ in Augenschein nehmen. Es ist ein großes Gelände und unvorstellbar, dass früher dort so viele Menschen getötet wurden.
Nach diesem Außentermin ging es weiter und zwar zu unserem Highlight der Klassenfahrt. Nachdem wir endlich alle die Sicherheitskontrollen hinter uns gebracht hatten ging, es zum Mittagessen im Paul-Loebe-Haus. Gemeinsam mit anderen Gruppen warteten wir darauf endlich in den Bundestag gehen zu können. Durch einen unterirdischen Gang kamen wir dann endlich im Reichstag an. Der erste Eindruck verschlug vielen von uns die Sprache! Durch eine riesige Glasscheibe konnten wir in den Plenarsaal sehen und unsere Bundeskanzlerin bei ihrer Rede beobachten. Dann endlich durften wir rein in den Plenarsaal. Wir! Wir, die FOS 82 aus Siegen! Überall waren Kameras und Fotografen und deshalb wurde uns vorher auch ausdrücklich gesagt, dass wir auf unsere Nachbarn achten sollen und sie antippen müssten, falls sie einschliefen :). Eine Stunde lang durften wir also unseren Politikern, wie Gregor Gysi und Renate Künast zuhören. Schon ein unglaubliches Gefühl dabei zu sein! Als weiterer Punkt kam anschließend das Gespräch mit Willi Brase, Bundestagsabgeordneter der SPD für den Kreis Siegen-Wittgenstein. Er versuchte unsere Fragen zu beantworten und am Ende musste natürlich noch ein Foto mit ihm her :).
Ein Bericht findet sich auf der Internet-Seite von Willi Brase.
Gemeinsam gingen wir noch auf die Glaskuppel. Es war sehr windig und für Menschen mit Höhenangst nicht gerade der perfekteste Ort. Da die Kuppel oben offen ist, hat es natürlich auch darein geschneit :). Sozusagen auf die Köpfe der Politiker ;-) Den Rest des Abends nutze der Großteil der Klasse dazu, die Discos Berlins unsicher zumachen. Andere wiederum besorgten noch die restlichen Souvenirs und kehrten dann aber auch recht schnell in einer Cocktailbar ein, denn der Schneesturm war nicht so angenehm. Am letzten Tag ging es in Jogginghose zum Frühstück. Auf so ein Bild hatte Frau Schmalenbach schon die ganze Zeit gewartet- auf uns Schüler ist eben immer Verlass:). Die Rückfahrt ging fix und wir kamen glücklicherweise in keinen größeren Stau. Alles in allem waren die vier Tage spitzenmäßig geplant, ein fettes Dankeschön an Frau Schmalenbach und Frau Schemann, und wir hatten alle unseren Spaß und eines steht fest: Berlin, wir kommen wieder!!! :)
Christine Römer, FOS 82
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