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Reflexionsraum
- störungsfreies Lernen und Lehren -

Unsere Alltagserfahrungen mit Störungen im Unterricht, haben dazu geführt, dass wir uns entschlossen haben, die Situation in unseren Klassen zu verbessern. Dabei sind wir auf das Trainingsraummodell aufmerksam geworden.Mit Hilfe des Modells soll dauerhaft eine soziale Norm auf der Basis des gegenseitigen Respekts aller am Schulleben beteiligter Personen etabliert werden. Die Methode wurde von dem Amerikaner E.E. Ford entwickelt und von der Schulpsychologin Dr. Heidrun Bründel und Stefan Balke auf deutsche Schulverhältnisse übertragen und angepasst. Beide tragen durch ihre Veröffentlichungen, Vorträge und Schulungen zur Verbreitung im deutschsprachigen Bereich bei.
Wir haben das Modell an die Bedingungen unserer Schule angepasst und den 1)Trainingsraum an unserer Schule in Reflexionsraum umbenannt. Nun steht ein sogenannter „Reflexionsraum für eigenverantwortliches Denken" zur Verfügung, der von einem Lehrerteam betreut wird. Denn jeder Lernende hat ein Recht auf ungestörtes Lernen und jede Lehrerin, jeder Lehrer hat das Recht auf störungsfreies Unterrichten. Diese zwei Leitgedanken des Reflexionsraumprogramms sind uns wichtig, um den gegenseitigen Respekt im schulischen Alltag zu unterstützen.
Jede/r Schüler/Schülerin kann eigenverantwortlich darüber entscheiden, ob er/sie sich an die Regeln des Zusammenlebens in der Klasse hält und am Unterricht teilnimmt, oder ob er/sie in den Reflexionsraum geht und über sein Störverhalten nachdenkt. Der Aufenthalt im Reflexionsraum bietet dem Schüler die Gelegenheit erst mal „Dampf abzulassen“, über sein Verhalten nachzudenken und – wenn von ihm gewünscht - dem, am Konflikt unbeteiligten Lehrer im Reflexionsraum, seine Sicht der Situation zu schildern. Die damit verbundene Aufmerksamkeit, die der beratende Lehrer im Reflexionsraum dem Schüler schenkt und die verbesserte Kommunikation, sollen dem Schüler helfen, sein Sozialverhalten zu überdenken und Handlungsalternativen zu entwickeln.
Der Unterricht kann währenddessen für die anderen Schüler und den Lehrer störungsfrei weiterlaufen.
Der Aufenthalt im Reflexionsraum soll keine Strafe sein, sondern dem Schüler/der Schülerin Gelegenheit geben, sich außerhalb der Störungssituation mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen. Der Lehrer im Trainingsraum bietet ein Gespräch an und versucht die Beweggründe des Schülers zu verstehen (nicht im Sinne von Einsicht), um damit eine Basis zu entwickeln, in der der Schüler sich ernst genommen fühlt.
Erfahrungen an anderen berufsbildenden Schulen zeigen, dass bei konsequenter Nutzung der Trainingsraum die Kommunikation und Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden verbessert und für eine ruhigere und entspanntere Unterrichtsatmosphäre sorgt

(aus: Bründel / Simon 2007.S.167)

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